Am 8. und 9. Mai erlebten die Besucher in der vollbesetzten Gemeindehalle in Mommenheim ein Chorspektakel der besonderen Art, das weit über ein klassisches Konzert hinausging. Unter der Gesamtleitung von Lars Riedel präsentierten die Chöre MommenTime, choralis und voices4all unter dem Titel „CHORRADIO Aktiv“ eine Inszenierung, die Musik, Theater und Comedy zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk vereinte. Im Zentrum der Bühne thronte ein antikes Radio, das als magisches Portal zwischen den Genres fungierte und die Zuschauer auf eine Reise durch verschiedene fiktive Radiosender mitnahm. Von der volkstümlichen „Antenne Servus“ bis zum leidenschaftlichen „Radio LoveWave“ führten witzige Anmoderationen durch den Abend und bewiesen, dass an den SängerInnen wahrhaftig kleine Schauspieler verloren gegangen sind.

Die musikalische Reise war dabei so vielschichtig wie das Programm einer gut sortierten Mediathek. Unter der Leitung von Michel Götz entführte der Frauenchor voices4all das Publikum mit einem mystischen „A Thousand Years“ in traumhafte Welten, wechselte für ein schillerndes „Bei mir bist du scheen“ in glanzvolle Varieté-Stimmung und sorgte mit einem tief gefühlvollen „Nothing Else Matters“ für Gänsehautmomente. Der Männerchor choralis unter der Leitung von Lars Riedel setzte ebenso starke Akzente: Mal schmachtend mit „Love Is All Around“, mal in stilechten Rockeroutfits und mit purer Energie bei „We Will Rock You“. Zum Abschied beschworen sie mit dem melancholischen „The Parting Glass“ eine bewegende Atmosphäre herauf, die niemanden kalt ließ.

MommenTime, der gemischte Chor, ebenfalls unter der Leitung von Lars Riedel, brachte mit einem „Neue Deutsche Welle Medley“ die energetischen 80er Jahre zurück auf die Bühne und setzte mit der kraftvollen Hymne „You’re the Voice“ eine klare, lautstarke Botschaft. Mit dem sehnsuchtsvollen „Weit weit weg“ von Hubert von Goisern rührten sie zudem an die emotionalen Wurzeln der Zuhörer. Die schauspielerische Bandbreite der Ensembles zeigte sich besonders in den szenischen Darstellungen, die von herzerwärmenden Liebesszenen bis hin zu einem beinahe militärisch wirkenden Einmarsch reichten. Für besondere Lacher sorgten die verzweifelten Radiotechniker, die im Laufe des Abends versuchten, das widerspenstige Gerät zu retten, nur um letztlich trocken den technischen Totalschaden festzustellen.

Die kurzweilige Unterhaltung und die spürbare Spielfreude waren der verdiente Lohn nach einer Phase intensiver Vorbereitung. Das Publikum honorierte diese Leistung mit begeisterten Standing Ovations, die nahtlos in eine ausgelassene Aftershowparty übergingen. Bei den Beats eines DJs feierten Akteure und Gäste gemeinsam eine rundum gelungene Show, die als Triumph der Gemeinschaft und der Kreativität noch lange in Erinnerung bleiben wird.