Ein „Konzert – nur anders“, darauf hatte man hingefiebert und zu „Chor in Szene“ unter der Gesamtleitung von Lars Riedel eingeladen. Genau so neugierig, wie die Zuschauer auf die Umsetzung von Intonation, Inspiration und Illumination waren, waren die Sängerinnen und Sänger gespannt auf die Resonanz des Publikums. Und dann das: Die Gemeindehalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, als sich der Vorhang unter mystischen Klängen von Enya und der Illusion eines Sternenhimmels hob und die Audienz aus der Dunkelheit vom Männerchor mit dem „Morgenrot“ aufgeweckt wurde.

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Was folgte war ein Bühnenprogramm von leisen Tönen bis hin zu fetzigen Popsongs und Gassenhauern, die das Publikum kaum auf den Stühlen hielt. Perfektioniert wurde die Bühnenpräsentation durch phantasievoll eingebrachte Lichteffekte. Alle Chorformationen hatten ihre Darbietungen passend in Szene gesetzt. Das hatte nichts mehr mit den eher angestaubten Chorkonzerten zu tun!

So schnippste sich zum Beispiel der Kreisjugendchor young generation mit „coming home“ als gelungener Einstieg in einen wunderschönen Tag ins Rampenlicht, bevor die choralis-Herren aus den Zuschauerreihen wie die sieben Zwerge mit dem Himalayamarsch aufmarschierten, Klänge, die dem Publikum „chinesisch“ vorkamen, jedoch zu großer Erheiterung beitrugen.

Unter Blitzlichtgewitter erstürmte der Frauenchor voices4all die Bühne mit der frohen Botschaft, „It's raining men“, die erbeuteten Herren zeigten sich den Zuschauern mit freizügig muskulösen Oberkörpern, jedoch leider nur als Bild auf einer Grillschürze. „Auf Euer Wohl“ versprühte der Männerchor Geselligkeit mit traditionsreichen Klängen, worauf die gesamte Sängerschar animiert war und neben dem französischen Trinklied Tourdion zum Schunkeln aufrief mit einem Trinkliedermedley mit lautstarken Folgen: neben den 60 angetretenen Sängern ertönten in der Gemeindehalle nun weit über 400 Kehlen.

Da hatte man sich eine Verschnaufpause redlich verdient.

Nicht minder spektakulär erwies sich die zweite Hälfte des Programms. „Viva la Vida“ es lebe das Leben stimmte der Jugendchor das Publikum ein, ganz anders als der Frauenchor, der mit „Angel passing through the Room“ eine übernatürliche Atmosphäre schaffte. Erstarrt wie Baumstämme zeigten sich die Sängerinnen fast im Dunkeln und wurden von imaginären illuminierten Engeln umschwebt. Gerade „On top of the World“ angekommen, wurden die Damen von der Bühne gescheucht,

um Platz zu schaffen für „Axel-F“, von choralis intoniert und beschwingt choreographisch unterlegt. „Licht aus, Spot an“ hieß es früher zu „Disco“-Zeiten, so auch beim MGV, was jedoch kam, war ein Mann im Trenchcoat mit Koffer und Hut, der dachte, dass er noch niemals in New York war. Der Männerchor nahm prompt seinen Gedanken mit Udo Jürgens Titel auf und wurde mit tosendem Beifall belohnt.

Melancholisch zog ein kleiner gemischter Chor die Zuhörer in den Bann mit „Weit, weit weg“, um sogleich wieder auf die strahlende Seite des Lebens zu schauen. Eine Aufforderung an alle Akteure einzustimmen, „Always look on the bright side of Life“. Das „Konzert - nur anders“ neigte sich dem Ende zu, „Good night, Sweetheart“ hieß es, was das Publikum mit anhaltenden stehenden Ovationen quittierte. „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ war nur der Anfang der mehrfach geforderten Zugaben.

War es nun anders? „Völlig anders, man hat gehalten was man in der Werbung versprochen hat“, so die einhellige Resonanz der Besucher, „so lassen sich auch Chorkonzerthallen wieder füllen“. Der MGV hat die Latte hoch gelegt, die Chorleiter L. Riedel (Männerchor, Jugendchor und choralis) und M. Braun (Frauenchor) haben ganze Arbeit geleistet.

Und es war harte Arbeit, aber es hat riesen Spaß gemacht und die Atmosphäre im Konzertsaal was bombastisch, großer Lohn für alle Aktiven. Das Publikum hat sich begeistern lassen und ist mitgegangen, es war ein tolles Erlebnis.

Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, vor allem aber an die Helfer vor und hinter der Bühne, ohne Euch wäre das Konzert nicht zu stemmen gewesen.

Und natürlich tausend Dank an die Chorleiter, die mit großer Geduld alles mit den Sängern und Sängerinnen einstudiert haben, bis auch der letzte Fuß (beinahe) im Takt gestampft hat und alle Hände den gleichen Takt geklatscht haben.

Wir freuen uns auf das nächste Projekt....